Maske 1
Maske 2
Maske 3

Lebend- & Totenmasken

Gefertigt aus Kunststoff, Gips oder Bronze.
Preise auf Anfrage.

Kontakt:
Claudia Picht
0221-76 52 21
0175-247 96 15
Rpicht@gmx.net

Totenmasken – drei Dimensionen oder mehr

„Der Trauer ein Gesicht geben“, so nennt Claudia R Picht ihre Arbeit mit Totenmasken. Künstlerin ist sie, vielmehr, ist sie geworden, denn zunächst sollte sie Zahntechnikerin werden, das war der Wunsch des früh verwitweten Vaters, dem sie damals stattgegeben hat. Hier lernte sie die Kunstfertigkeit und das Material kennen, das später Grundlage ihrer Kunst wurde: Kunststoff, genaugenommen Prothesenkunststoff, jener zartrosa Plastikkunststoff, der immer etwas vorgeben möchte, was er nicht ist. Was es auf sich hat mit der Wahrheit, der Wahrhaftigkeit, wurde der forschenden Künstlerin zur Lebensfrage. Sie schuf Lebendmasken ihrer Tochter und anderer Familienmitglieder und ordnetet sie dem Alter nach als ein großes Zifferblatt, bei dem die 12 stets leer blieb. Die Frage, woher wir kommen und wohin wir gehen, blieb eine Leerstelle, der sie sich im Laufe der Zeit von allen Seiten angenähert hat, um sie offen zu halten.
Immer wieder mitten im Leben mit dem Tod nahestehender Menschen konfrontiert, begann sie dann, auch Totenmasken zu fertigen. Für manche Hinterbliebene sind es Erinnerungsstücke. Erinnerungsstücke besonderer Art. Anders als Fotografien oder auch Zeichnungen bildet die Dreidimensionalität des Darstellungsverfahrens eine Prozesshaftigkeit ab. Etwas tritt uns entgegen, das Eindruck und Ausdruck des Lebens ist, das Antlitz des Verstorbenen im Angesicht des Todes, der Moment des Übergangs. Vielleicht auch ein Memento Mori. Nicht selten, sagt Claudia R Picht, holen Auftraggeber die Masken erst nach ein oder zwei Jahren ab. Als brauche es diese Zeit, bis es möglich wird, sich auf den Tod einzustellen, dem Verstorbenen gegenüberzutreten, ihn bei sich aufzunehmen, sich der Dinge anzunehmen, die immer noch mit ihm zu tun haben.
Diese Zeit zu lassen, ist der Künstlerin ein Anliegen. Wenngleich sie Aufträge für Totenmasken entgegennimmt, so darf die Fertigung des Abbildes für sie niemals Routine werden. Mehr als zwei oder drei Masken im Jahr macht sie nicht. Denn Technikerin möchte sie nicht sein, sie ist Künstlerin und der Prozess, auf den sie sich einlässt, ist für sie ein spiritueller Prozess, ein Eintreten in eine Phase des Übergangs, in den aufgenommen zu werden sie als eine Gabe empfindet. Ihre Anwesenheit sei Ausdruck von Verbundenheit, denn zugegen sei sie natürlich nur dann, wenn alle Angehörigen mit ihrer Gegenwart einverstanden seien. Es geht darum, jenen Moment des Nicht-Mehr und Noch-Nicht, aufzunehmen, die besondere Aura, in der Präsenz und Absenz ineinander verschwimmen, zu halten. Verweilen zu dürfen, wenn alle Zeit ausgehebelt ist, und sich ein wenig darin zu beheimaten, das ist die Kunst. Für Claudia R Picht eine Herzenssache. Autorin: Silke Kirch